Jun 24

Eine sogenannte Facebook-Party gestern Abend im oberbayerischen Kaufering hatte im Vorfeld für große Aufregung gesorgt: Die Behörden verhängten ein Feierverbot – Bürger wurden aufgerufen, zuhause zu bleiben. Letztendlich waren rund 500 aus München, Augsburg und dem Allgäu angereist. Viele von ihnen schickte die Polizei am Bahnhof direkt wieder in den nächsten Zug zurück in die Heimat. Mehr als 300 Beamte waren bis in die Nacht im Einsatz, ein Hubschrauber kreiste über Kaufering. 38 Partygäste wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. Größere Zwischenfälle gab es nicht.

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Mrz 25

Fünf Sterne bei Amazon, ein „Gefällt mir”-Button bei Facebook, eine Empfehlung in einem Blog oder eine positive Bewertung auf der Produkttester-Homepage trnd.com – mittlerweile entscheiden Empfehlungen im Internet maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg eines Produkts, sei es eine Digitalkamera, ein Buch oder ein Auto. Der Einfluss, den Firmen über herkömmliche Wege wie Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, Radio- oder Fernsehwerbung nehmen, geht zurück, seit sich die moderne „Mundpropaganda“ mehr und mehr ins World Wide Web verlagert und dort Blüten treibt. Doch wer sind die sozialen Beeinflusser im Internet? Welche Eigenschaften zeichnen die einflussreichsten Multiplikatoren aus? Wie sind die Bewertungen formuliert, die am effektivsten zum Kauf animieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Forschungsprojekt am Institut für Marketing und Management der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

„Unsere Typologisierung hilft Unternehmen dabei, die Konsumenten mit dem größten Multiplikator-Potenzial zu identifizieren und gezielt anzusprechen“, erläutert Dipl.-Ök. Sascha Langner, der gemeinsam mit Dr. Nadine Hennigs unter der Leitung von Prof. Klaus-Peter Wiedmann an dem Projekt arbeitet. „Auf der anderen Seite kann das Wissen um die Zusammenhänge Konsumentinnen und Konsumenten vor Einflussnahme im Internet schützen.“

Das Forschungsteam hat eine Matrix entwickelt, die die sozialen Beeinflusser typologisiert. Durch drei Studien, in denen jeweils mehrere hundert Frauen und Männer zu den Themenbereichen „Fashion“, „Automobil“ und „Finanzprodukten“ mit On- und Offline-Befragungen interviewt wurden, konnten die Wissenschaftler große Teile ihrer Matrix bestätigen. Den besonders einflussreichen, so genannten „Top Influential“ etwa zeichnen eine überaus große soziale Vernetzung bei gleichzeitig stark ausgeprägten persönlichen Fähigkeiten aus, Menschen zu beeinflussen. „Die allermeisten Top-Blogger gehören zu diesem Typus“, sagt Sascha Langner. Die anderen Typen der Matrix weisen ganz unterschiedliche Kombinationen von sozialer Vernetzung, Beeinflussungsfähigkeiten und Motivation zur Beeinflussung auf.

Die Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass zwar die Einflussnahme über Internetportale sehr groß ist, sich aber gleichzeitig nur verschwindend wenige Menschen aktiv an Bewertungen wie zum Beispiel Kundenempfehlungen bei Amazon beteiligen. „Die Diskrepanz ist sehr groß“, sagt Langner.

Eine Studie innerhalb des Projekts unter maßgeblicher Beteiligung von Jens Friedlandt hat sich speziell mit Kundenrezensionen bei Amazon befasst. „Wir wollten wissen, welche Elemente in einer Empfehlung dazu führen, dass das Produkt letztendlich gekauft wird“, erläutert Sascha Langner. War die ausschlaggebende Rezension eher lang oder kurz, wie war sie formuliert, welche Elemente tauchen immer wieder auf?

Eine andere neue Möglichkeit der Einflussnahme im Internet sind Produkttesterportale wie www.trnd.com. Dort bewerten registrierte Mitglieder neue Produkte – nach dem Motto: Guten Tipps von Freunden glauben wir mehr als jeder Hochglanzwerbung. Die „Tester“ müssen vorab einen Fragebogen ausfüllen, um als Mitglied zugelassen zu werden. „Unsere Matrix hilft Firmen bei der Entwicklung dieser Fragebögen“, sagt Sascha Langner. „Die Forschungsergebnisse können herangezogen werden, um die aussichtsreichsten Multiplikatoren zu filtern und passend für das jeweilige Produkt auszuwählen.“

Jan 17

Drei Viertel (74 Prozent) der Internetnutzer in Deutschland sind in mindestens einem sozialen Online-Netzwerk angemeldet. Zwei Drittel nutzen diese auch aktiv. 78 Prozent der Frauen und 70 Prozent der Männer sind Mitglied von Online-Netzwerken wie Facebook, StudiVZ oder Xing.
Auch keine Überraschung sind die Zahlen bei den Jüngeren. Bei den 14- bis 29-Jährigen Internetnutzern sind bereits 92 Prozent Mitglied in einer oder mehreren Online-Communitys. Unter den 30- bis 49-Jährigen sind es 72 Prozent und in der Generation 50-Plus immerhin 55 Prozent.
Das geht aus der Nutzerstudie „Soziale Netzwerke II“ hervor, die der Hightech-Verband BITKOM veröffentlichte. Basis ist eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Internetnutzern ab 14 Jahre.

Einige Ergebnisse sind interessant für unsere Gesellschaft
Genutzte Funktionen: An erster Stelle steht generell die Kommunikation mit anderen Mitgliedern. 79 Prozent der Nutzer versenden in Online-Netzwerken Nachrichten bzw. E-Mails, 60 Prozent chatten mit ihren Freunden und 34 Prozent veröffentlichen Statusmeldungen. Ebenfalls wichtig ist der Austausch von multimedialen Inhalten. Laut Umfrage laden 44 Prozent der User Fotos hoch und teilen diese im Netzwerk. 16 Prozent laden Videos hoch oder teilen entsprechende Links. Die Gruppe der unter 30-jährigen ist hier am aktivsten: 57 Prozent teilen Fotos, 28 Prozent Videos. Knapp ein Viertel (24 Prozent) der Nutzer spielt im Sozialen Netzwerk so genannte Social Games. In der jüngsten Altersgruppe der 14 bis 29-jährigen sind es 33 Prozent. Beliebt ist auch die Möglichkeit, Veranstaltungen zu planen: fast die Hälfte (46 Prozent) der Nutzer hat auf diesem Weg schon Einladungen erhalten, 12 Prozent haben selbst zu einer Feier oder Veranstaltung eingeladen.

Warum nutzen die Deutschen die sozialen Netzwerke? Für die große Mehrheit von 71 Prozent steht wenig überraschend „sich über Freunde informieren“ an erster Stelle. 37 Prozent der Befragten wollen neue Freunde und Bekannte kennenlernen. Mehr als jeder Vierte  (28 Prozent) nutzt die sozialen Netzwerke außerdem als Informationskanal, um sich über das aktuelle Tagesgeschehen auf dem Laufenden zu halten. Immerhin 14 Prozent geben an, dass sie sich in den Communitys über Marken  und Produkte informieren.

Täglicher Nutzen
Im Schnitt nutzen 59 Prozent der Community-Mitglieder die Netzwerke täglich. Unter den 14- bis 29-Jährigen nutzen 78 Prozent die Online-Netzwerke jeden Tag, in der Altersgruppe ab 50 Jahre 46 Prozent.

Datenschutz wichtig
Bei der Umfrage gaben 96 Prozent der Nutzer an, bei der Auswahl einer Community sei die Sicherheit ihrer persönlichen Daten wichtig oder sehr wichtig. 93 Prozent nennen die Einstellungen zur Privatsphäre als  entscheidendes Kriterium. Erst dahinter folgt mit 88 Prozent die Benutzerfreundlichkeit des Netzwerks. Was den Datenschutz angeht, sind die Nutzer aufmerksam. So haben 77 Prozent der Community-Mitglieder die Einstellungen  zur Privatsphäre ihres Netzwerks aktiv verändert und damit das Datenschutz-Niveau ihren individuellen Bedürfnissen angepasst. Hier kommt das Thema Medienkompetenz zum Tragen, denn der richtige Umgang mit den sozialen Netzwerken wird entscheidend für die Zukunft sein.

Apr 21

Die sozialen Netzwerke im Internet haben einen rasanten Anstieg in den vergangenen Jahren erfahren. Die Online-Aktivität hat sich immer mehr in die sogenannten „Social Communities“ verlagert. Im Endeffekt funktionieren all diese Communities mehr oder weniger gleich. Der Nutzer meldet sich meist kostenlos an, erstellt ein Profil und trifft Bekannte oder lernt neue Menschen kennen.

Mittlerweile sind laut Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center 73% der US-Teenager bei einem Netzwerk registriert – 2006 waren es noch 55%. Von den 18- bis 29-jährigen Internetnutzern sind 72% Mitglied in einer community, in der Altersgruppe „30plus“ sind es 40%. Facebook ist dabei das am meisten frequentierte Netzwerk: 73% der Erwachsenen haben dort ein Profil. Was in den USA begonnen hat, setzt sich in Deutschland fort. Auch die Politik bedient sich dieser Seiten. So hat US-Präsident Obama im Präsidentschaftswahlkampf auf den Microblog Twitter gesetzt. Doch was bedeuten soziale Netzwerke im Internet für unsere Gesellschaft und Politik? Welche Chancen und Risiken bergen Facebook, Twitter, Xing, StudiVZ und Co.? Welche Potenziale bieten diese Netzwerke und welche Fallstricke sollte man umgehen? Und wie sieht es dabei mit der Privatsphäre aus?

Am 29. April haben wir im Konferenzzentrum München das erste Mal über diese Fragen diskutiert. Lesen Sie weiter! Das Thema wird in mehreren Wochenendseminaren mit verschiedenen Akzenten erneut aufgegriffen.

Seminarbegleitendes Material:

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