Mai 06

Der Medienpolitische Arbeitskreis diskutierte am 29. April 2013 in einem Werkstattgespräch in München über Praxisbeispiele und Rahmenbedingungen für junge Unternehmer in der Medienbranche. Konsens besteht über die Notwendigkeit von Qualitätsjournalismus für das Funktionieren der Demokratie.

Einen ausführlichen Bericht und Videos finden Sie unter http://www.hss.de/politik-bildung/themen/themen-2013/start-up-mit-internet-neue-chancen-fuer-journalisten.html

Was sind Ihre Erfahrungen mit Start-Ups im Internet? Bieten sie tatsächlich neue Chance für Journalisten?

Mrz 26

Die Teilnehmer des Podiums: Thomas Knüwer, Dirk Ippen, Wolfgang Stöckel, Horst Röper, Björn Sievers, Martin Gebrande

Ein Expertenpodium diskutierte am 18. März 2013 über die provokante These von der “neuen Machtkonstellation der Medienhäuser” in Deutschland. Vertreter von Aufsichtsgremien und Verlagen, aber auch Journalisten und Unternehmensberater zeichneten ein Bild der neuen Balance zwischen Journalismus und Betriebswirtschaft in Medienhäusern. Einigkeit bestand auf dem Podium dahin gehend, dass Wettbewerbsdruck, sukzessives Wegbrechen des Anzeigenmarkts und Konkurrenz des Internets zu einem Konzentrations- und Fusionsschub vor allem auf dem Tageszeitungsmarkt führen mussten, um die wirtschaftliche Existenz der Verlage zu sichern. Uneinig war man sich darüber, ob die Monopolisierung, also die Konzentration auf wenige Medienhäuser, mit geringerer Diversifizierung und größeren Einschränkungen der Meinungsvielfalt erkauft wird. “Es wird die Frage zu stellen sein, welcher Grad an Monopolisierung und Diversifizierung für die Demokratie noch akzeptabel sei”, erklärte Horst Röper, Geschäftsführer des FORMATT-Institutes in Dortmund.

Auf dem Zeitungsmarkt sind derzeit kaum Neuerungen möglich, weil der Marktzugang durch die großen Medienhäuser erschwert wird. Besonders sichtbar wird dies an der zunehmenden Ausdünnung lokaler Präsenz. Aus Rentabilitätsgründen wird am journalistischen Personal gespart. Die Anzahl der Zeitungsredakteure sank um rund 15% in den letzten Jahren. Die Leistungsfähigkeit von lokalen Zeitungsredaktionen, sofern sie noch existieren, sinkt. Lokaljournalismus verkümmert zum Terminjournalismus, Mantelredaktionen übernehmen die politische Berichterstattung für immer größere Regionen, die regionale Diversifikation der politischen Berichterstattung geht mehr und mehr verloren und damit die politische Meinungsvielfalt. Das größte, sich weiter verschärfende Problem stellt somit der Schwund an Lokaljournalismus dar. Internetangebote können zumindest in naher Zukunft die wegbrechenden, lokalen Ressourcen nicht kompensieren. Diese Aussage war auf dem Expertenpodium nicht unbestritten. Der Einbezug von Bürgern für die lokale Berichterstattung könnte verbessert werden, entsprechende Modelle, wie sie beispielsweise in den USA existieren, müssten in Deutschland nur mutig ausprobiert werden, meinte Thomas Knüwer, Blogger und Unternehmensberater, und sprach sich für mehr Kreativität bei der Entwicklung von Internetgeschäftsmodellen aus.

Dass regelmäßige Blogs engagierter Bürger kritischen, investigativen Journalismus ersetzen könnten, wird allerdings nicht ernsthaft als Ausweg in Erwägung gezogen. Professioneller Journalismus kann nicht durch Laien-Engagement im digitalen Netz wettgemacht werden, so sieht mancher auf dem Expertenpodium bereits den professionellen Journalismus in Gefahr. Journalistische Tätigkeit im Internet ist bislang finanziell kaum tragfähig. Die wirtschaftliche Basis des Online-Journalismus ist schwach. Meist findet man Ein-Mann-Redaktionen mit der ungesunden Tendenz zur Selbstausbeutung vor. Ein breiter, professioneller Lokaljournalismus im Netz ist in absehbarer Zeit nicht erkennbar. Aber auch hier scheint es alternative Modelle aus den USA zu geben, die in Deutschland noch nicht zur Kenntnis genommen wurden.

Einig ist sich das Podium hinsichtlich der notwendigen Stärkung des lokalen Journalismus sowie der Aufwertung des journalistischen Berufsstands allgemein – auch in finanzieller Hinsicht, sowohl im Printmedien – als auch im digitalen Bereich. “Die Medienhäuser werden versuchen müssen, in der Welt des Internets stärker Fuß zu fassen, dürfen jedoch den klassischen Print-Bereich nicht vernachlässigen. Das Ende der Zeitung wird nicht kommen, was sein kann, ist, dass die Tageszeitung nicht mehr jeden Tag erscheinen wird”, beschreibt Dr. Dirk Ippen, Verleger des Münchner Zeitungs-Verlages (Münchner Merkur) ein mögliches Zukunftsszenario. Medien sind dienende Kräfte, unverzichtbar für den demokratischen Prozess einer freien Gesellschaft.

Diskutieren Sie mit:

Was muss sich ändern, damit investigativer Journalismus für Verleger wirtschaftlich interessant bleibt?

Gefährden Blogs und sogenannte “Bürger-Reporter” den professionellen Journalismus?

Stellen elektronische Bürgerzeitungen eine journalistische und wirtschaftliche Bedrohung für etablierte Medienhäuser dar?

 

Feb 21

Fusionen und Übernahmen verändern die Struktur der Medienlandschaft. Dadurch gewinnen einzelne große Medienkonzerne mehr und mehr an Einfluss. Da sich der Großteil der Bevölkerung durch die Medien über Politik informiert, ist die Politik stark von ihnen abhängig. Wer Einfluss auf die Medien hat, kann Meinungen prägen.

Der Medienpolitische Arbeitskreis  der Hanns-Seidel-Stiftung wird sich in einem Werkstattgespräch damit auseinandersetzen, was „Die neue Macht der Medienhäuser“, so der Titel der Veranstaltung, für Politik und Gesellschaft bedeutet. Das Werkstattgespräch findet am Montag, 18. März, um 18.30 Uhr im Konferenzzentrum München statt. Dazu konnten ausgewiesene Experten aus Politik, Kommunikation und Medien gewonnen werden.

Auf dem Podium diskutieren: Martin Gebrande, Geschäftsführer der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien; Verleger Dr. Dirk Ippen, Münchner Zeitungs-Verlag GmbH München; Thomas Knüwer, Blogger und Unternehmensberater, Horst Röper, Geschäftsführer des FORMATT-Institutes in Dortmund, und Dr. Wolfgang Stöckel, Vorsitzender des Bayerischen Journalistenverbandes (BJV), unter der Moderation von Björn Sievers, Director Technology, Edelmann GmbH München. Weitere Informationen zur Veranstaltung bei Tagungsleiter Prof. Dr. Siegfried Höfling hoefling@hss.de

Nov 16

Am 12. November 2012 lud der medienpolitische Arbeitskreis der Hanns-Seidel-Stiftung erstmals zu einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema digitale Zukunft ein. Im Mittelpunkt standen Bedeutung und Notwendigkeit des Qualitätsjournalismus für die digitale Gesellschaft. “Der Kampf um den Bildschirm” lautete der Titel des Vortrags von  BR-Intendant Ulrich Wilhelm, in dem es um die Zukunft des Qualitätsjournalismus im Zeichen von Smart-TV ging. Wilhelm beschrieb darin die revolutionären Innovationen der Kommunikationsmedien. Schnelle und unkomplizierte Übertragung mittels Breitbandtechnologie und die Möglichkeit, Informationen gleichzeitig zu jeder Zeit zu Verfügung zu haben, bestimmen die Kommunikation, die Informations- und Wissensvermittlung in der gesamten Welt. Inhalte werden aufgrund der neuen Kommunikationsstrukturen nun von einer Vielzahl von Infrastrukturbetreibern geschaffen, die im originären Sinne zuvor keine Inhaltsproduktion betrieben haben. Mit Hilfe der unterschiedlichen Medien und digitalen Plattformen, vor allem auch der „Social Media“ werden zunehmend Teilöffentlichkeiten, also stark differenzierte Zielgruppen geschaffen.

Ulrich Wilhelm, Hans Zehetmair, Thomas Knüwer, Wolfgang Büchner, Eberhard Sinner, Werner Weidenfeld, Bernd Lenze

Dies geschieht über die Bildung von Nutzerprofilen, Suchalgorithmen und anderen Vorsortierungen. Eine hochspezifizierte, freie und pluralistische Gesellschaft braucht aber einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs. Für diesen öffentlichen Diskurs bedarf es des Qualitätsjournalismus. Der Journalist überprüft seine Informationsquellen, bürgt für sein Informationsprodukt. Er kann auch verantwortlich für seine Berichte gemacht werden.

Beim Blick auf die digitale Zukunft oder auf eine digitale Gesellschaft unterstrichen die Podiumsteilnehmer aus dem Bereich des öffentlich-rechtlichem Rundfunks (Ulrich Wilhelm), der Printmedien (Martin Balle, Wolfgang Büchner) der Digitalen Medien (Thomas Knüwer) und der politischen Wissenschaft (Werner Weidenfeld) die Bedeutung einer differenzierten Betrachtungsweise der “Digitalen Revolution”. Neben dem Wunsch nach Individualität und dem hohen Wert der Kommunikationsfreiheit, der vor allem bei jungen Menschen besonders ausgeprägt ist, spielt die generelle menschliche Sehnsucht nach Zugehörigkeit, kollektivem Erleben und Verbundenheit eine wichtige Rolle. Alle Medien müssen daher interaktiver werden. Das Senden und Verbreiten von Informationen allein reicht nicht aus. Der Dialog mit den Nutzern (nicht Konsumenten) muss zukünftig in allen Medien anders als bisher organisiert werden. „Nicht allein die technischen Möglichkeiten, sondern den Menschen zu sehen“ war das Schlusswort des umsichtig leitenden Moderators Eberhard Sinner. Die Podiumsdiskussion machte deutlich, dass die Vertreter der verschiedenen Medien nicht in ihren Gräben verharren, sich abschotten und Verdrängungskämpfe organisieren, sondern dass sie sich ihrer gemeinsamen Verantwortung für die pluralistische, demokratische Gesellschaft bewusst sind. Qualitätsjournalismus kann die sinnvolle Klammer für das Zusammenwirken der traditionellen und neuen Medien sein, mit der die digitale Zukunft gestaltet werden kann.

 

“>Dialog Digitale Zukunft – Vortrag Ulrich Wilhelm Teil 1

Feb 09

Am 06. Februar 2012 fand die vierte Präsensitzung des Medienpolitischen Arbeitskreises statt. Das Thema “Piraten – kurzfristiger Hype oder neue langfristige politische Bewegung?” sorgte für intensive Diskussionen, war doch neben renommierten Vertretern des Journalismus (Stefan Plöchinger, Chefredakteur sueddeutsche.de), Wissenschaft (Prof. Dr. C. Neuberger, LMU München), Politik/ CSU (MDL Markus Blume) und Internet-Avantgarde (Markus Beckedahl, Gründer u.a. von netzpolitik.org) auch der politische Geschäftsführer des Bayerischen Landesverbandes der Piratenpartei, Aleks Lessmann, der Einladung des Organisationsteams des Medienpolitischen Arbeitskreises rund um den Rundfunkratsvorsitzenden Bern Lenze gefolgt.

Stefan Plöchinger, Aleks Lessmann, Markus Beckedahl

Von links nach rechts: Stefan Plöchinger, Süddeutsche.de; Aleks Lessmann, Piraten-Partei Bayern; Markus Beckedahl, Gründer u.a. Netzpolitik.org

Doch nicht nur das somit stark besetzte Podium war es, das die Diskussionen prägte – auch die Teilnehmer des Medienpolitischen Arbeitskreises brachten die Themen voran. Unter den Teilnehmern waren bspw.:

- Prof. Andreas Bönte, BR
- Thomas Hinrichs, Chefredakteur Tagesschau/ ARD aktuell
- Prof. Wolf-Dieter Ring, Bayr. Landeszentrale für neue Medien
- Ludwig Reicherstorfer, Landesgeschäftsführer CSUnet
- Prof. Forster, Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Mittelfranken
- Matthias M. Lange, Redaktion 42
- Björn Sievers, Edelman
- Jan Manz, wbpr

Der nachfolgende, kurze Rückblick stammt von Prof. Dr. Siegfried Höfling, der auch Moderator des Abends war. In den nächsten Tagen werden wir zahlreiche Bilder und Videos der Veranstaltung veröffentlichen – und freuen uns über Nachfragen, Meinungen und Anregungen in den Kommentaren.

——

Die Diskussion der Veranstaltung fokussierte auf 3 Ebenen:
1.    Differenzprofile zwischen traditionellen Parteien und der jungen Piratenpartei.
2.    Die Netzpolitik in Deutschland
3.    Gesellschaftliche Änderungen und Wandel der Öffentlichkeit, bzw. die Rolle der klassischen Medien im Verhältnis zum Internet und seinen speziellen Instrumenten (besonders den „Social Media“).

Zu 3.
Insgesamt ist eine Beschleunigung des wirtschaftlichen, politischen und privaten Lebens zu verzeichnen, das durch die Allverfügbarkeit von Informationen und Daten, sowie der permanenten Kommunikationsmöglichkeiten (24 Stunden online im Netz oder per Funk) noch verschärft oder sogar mit verursacht wurde. Ein Konzept, wie Parteien darauf reagieren sollen, gibt es nicht, da sie selbst zu den Getriebenen gehören. Ihre Aufgabe ist es jedoch, nach Möglichkeit Komplexität zu reduzieren, gesellschaftliche Vorgänge durchschau- und verstehbar zu machen und Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die zentrale Frage lautet bei Prof. Neuberger, wie ändert sich die politische Öffentlichkeit durch das Netz? Die Öffentlichkeit ist heute fragmentiert, man hat es mit Teilgesellschaften zu tun. Für den Meinungsaustausch im Internet braucht man seiner Meinung nach große Kommunikationskompetenz. Letztlich findet im Netz eine Diskussion der Elite statt (ca. 15% der jungen Bürger). Eine dauerhafte Mobilisierung des politischen Interesses durch das Internet sieht er nicht. Allerdings stellt der Versuch der Piratenpartei, Meinungsbildungsprozesse im Internet anzustoßen, ein  großartiges Experiment dar, dessen Ergebnis noch nicht absehbar ist. Bürger, aber auch hier nur die politisch interessierte Elite, möchten wirksam sein, nicht hilflos, daher reagieren diese auf basisdemokratische Angebote der Piraten. Vor allem in jungen Jahren möchten Bürger sich noch wirksam einbringen und mit gestalten. Wie die Öffentlichkeit in 10 Jahren funktionieren wird, ist nicht vorher zu sagen. Die Massenmedien stehen ebenfalls in einem zeitlichen offenen Veränderungsprozess. Auch sie stehen vor der Frage, wie sie eine Zusammenhalt gebende Orientierung in der Gesellschaft erreichen wollen. Derzeit herrscht das Prinzip der thematischen Offenheit vor. Die Aufmerksamkeitskonzentration richtet sich auf ein Thema mit einer kurzen Halbwertzeit (Tsunami, Wulff etc.), zusammenhaltfördernde Prozesse sind nicht ausmachbar.
Zu 2.
Wer macht in Deutschland Internetpolitik? Sie wird anscheinend den großen Medien- und Technologiefirmen überlassen. Die Politik setzt keine stabilen Rahmenbedingungen für die Neuen Medien. Insgesamt wird die Debatte über die Neuen Medien angstgeleitet und nicht potentialgeleitet geführt. Generell gibt die Politik einer qualifizierten Bürgerbeteiligung im Netz den Vorzug vor einer vollkommen offenen Beteiligung, wie es das Konzept der „Liquid Democracy“ der Piratenpartei vorsieht. Allerdings gibt es noch kaum Projekte, sieht man von dem, von Merkel angestoßenen „Bürgerdialog über Deutschland.de“ ab.

Zu 1.
Die Piratenpartei sieht sich nicht als Partei der digitalen Revolution, sondern als eine Partei der Bürgerrechte. Das Internet ist das Instrument, um Partizipation und Transparenz zu ermöglichen. Sie sieht sich auch als eine pragmatisch operierende Sammelbewegung an. Alternativer Politstil, Freiheitsthemen, Antikommerzialität des Internets, Partizipation sind ihre Markenkennzeichen. Allerdings spricht die Partei vorwiegend junge, netzaffine Bürger an, sicher auch Wut- und Protestbürger und Bürger, denen es um ihre Partikularinteressen, wie Urheberrechts-Freiheit etc. geht. Christoph Lauer (Berliner Piratenabgeordneter): „Wir machen keine Politik für das Internet, sondern eine durch das Internet veränderte Gesellschaft.“ Martin Delius (Berliner Piratenabgeordneter): „Es ist ein Befreiungsschlag einer Generation, für die das Internet einen Lebensraum darstellt.“
Markus Blume warnt davor, das Internet zu überhöhen. Traditionelle Parteien haben sich jahrelang zu wenig um das politische Potential des Internets gekümmert. Dieser Strukturfehler in der Medienpolitik der Parteien ist aber mittlerweile behoben. Das Internet ist heute selbstverständliches Medium der Politik geworden. Dies wird man bei den kommenden Wahlen sehen. Allerdings wird offensichtlich, dass sich durch die Neuen Medien das Verhältnis zwischen Bürger und Staat ändern wird. Im bestehenden System der repräsentativen Demokratie wird es die Piratenpartei schwer haben, ein verlässlicher Partner für Lösungsansätze zu werden. Spätestens wenn Funktionsträger (Fraktionsvorsitz, Kabinettsitz) bestimmt werden müssen, repräsentieren sie ihre Partei. Bei Koalisationsverhandlungen muss der Koalisationspartner sich auf die Nachhaltigkeit einer Aussage oder Zielrichtung verlassen können, statt sich mit einem neuen „Liquid Democracy Prozess“ einlassen zu müssen. Ähnliche Entwicklungen waren vor 20 Jahren bei den Grünen zu beobachten. Einstweilen sollte man die Piratenpartei nicht unterschätzen. Wenn sie in die Länderparlamente und ins Bundesparlament einziehen sollten, erschweren sie die Bildung von regierungsbildenden Mehrheiten. Dies kann auch ein Vorteil sein. Zumindest werden alte Strukturen aufgebrochen, flexiblere Politik, die sich stärker den Bedürfnissen einer sich zunehmend fragmentierten und beschleunigten Gesellschaftsentwicklung widmet, wird möglich. Die jungen Politiker traditioneller Parteien haben dies bereits verstanden.

Okt 20

20 Jahre Deutsche Einheit – 20 Jahre, seit die Mauer, das Symbol der Trennung zwischen dem Westen und Osten Deutschlands gefallen, ist. Ist es in dieser Zeit gelungen, zusammenzuführen, was zusammen gehört? Oder hat sich die Spaltung in den Köpfen noch eher vertieft? Diesen Fragen ging Prof. Dr. Falter bei seinem Vortrag: “Der Fall der Mauer und die Mauer in den Köpfen” nach, die die Hanns-Seidel-Stiftung zusammen mit dem Marketing-Club München am 18.10 veranstaltete. Prof. Falter konnte dabei auf die Ergebnisse einer großangelegten Studie zurück greifen, deren Ergebnisse an manchen Stellen überraschend waren, die aber in der Quintessenz die Hoffnung nähren, dass das Projekt der “Deutsche Einheit” durch ein kontinuierliche politische Bildung, wie sie etwa die Hanns-Seidel-Stiftung leistet, aber auch über den Generationenwechsel erfolgreich laufen wird.

Sep 09

Die Piratenpartei war 2009 in aller Munde. Bei politischen Beobachtern wecken die Piraten aus zwei Gründen Interesse: Programmatisch greifen sie ein neues Thema auf, nämlich die digitale Revolution, und ihr innerparteiliches Leben ist überwiegend in der digitalen Welt organisiert. Wie fügt sich die “digitale Revolution” als politisches Thema in den politischen Wettbewerb ein und was fordert die Piratenpartei  in programmatischer Hinsicht? Welche organisatorische Qualität besitzt die Partei? Und ist das deutsche Parteiensystem durch diese neue politische Gruppierung verletzbar? Diskutieren Sie mit den Autoren von “Die Piratenpartei. Hype oder Herausforderung für die deutsche Parteienlandschaft?“.

Jun 18

Briefmarke-17-Juni-53Die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts geizt weder mit dunklen Flecken noch mit Glanzpunkten. Zu letzteren gehört der 17. Juni 1953. Zur Erinnerung: Vor 57 Jahren erhob sich das deutsche Volk in der sowjetischen Besatzungszone und in Ost-Berlin gegen die kommunistische Gewaltherrschaft.

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Ein Artikel von Dr. Philipp W. Hildmann,
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