Fusionen und Übernahmen verändern die Struktur der Medienlandschaft. Dadurch gewinnen einzelne große Medienkonzerne mehr und mehr an Einfluss. Da sich der Großteil der Bevölkerung durch die Medien über Politik informiert, ist die Politik stark von ihnen abhängig. Wer Einfluss auf die Medien hat, kann Meinungen prägen.
Der Medienpolitische Arbeitskreis der Hanns-Seidel-Stiftung wird sich in einem Werkstattgespräch damit auseinandersetzen, was „Die neue Macht der Medienhäuser“, so der Titel der Veranstaltung, für Politik und Gesellschaft bedeutet. Das Werkstattgespräch findet am Montag, 18. März, um 18.30 Uhr im Konferenzzentrum München statt. Dazu konnten ausgewiesene Experten aus Politik, Kommunikation und Medien gewonnen werden.
Auf dem Podium diskutieren: Martin Gebrande, Geschäftsführer der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien; Verleger Dr. Dirk Ippen, Münchner Zeitungs-Verlag GmbH München; Thomas Knüwer, Blogger und Unternehmensberater, Horst Röper, Geschäftsführer des FORMATT-Institutes in Dortmund, und Dr. Wolfgang Stöckel, Vorsitzender des Bayerischen Journalistenverbandes (BJV), unter der Moderation von Björn Sievers, Director Technology, Edelmann GmbH München. Weitere Informationen zur Veranstaltung bei Tagungsleiter Prof. Dr. Siegfried Höfling hoefling@hss.de
Am 12. November 2012 lud der medienpolitische Arbeitskreis der Hanns-Seidel-Stiftung erstmals zu einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema digitale Zukunft ein. Im Mittelpunkt standen Bedeutung und Notwendigkeit des Qualitätsjournalismus für die digitale Gesellschaft. “Der Kampf um den Bildschirm” lautete der Titel des Vortrags von BR-Intendant Ulrich Wilhelm, in dem es um die Zukunft des Qualitätsjournalismus im Zeichen von Smart-TV ging. Wilhelm beschrieb darin die revolutionären Innovationen der Kommunikationsmedien. Schnelle und unkomplizierte Übertragung mittels Breitbandtechnologie und die Möglichkeit, Informationen gleichzeitig zu jeder Zeit zu Verfügung zu haben, bestimmen die Kommunikation, die Informations- und Wissensvermittlung in der gesamten Welt. Inhalte werden aufgrund der neuen Kommunikationsstrukturen nun von einer Vielzahl von Infrastrukturbetreibern geschaffen, die im originären Sinne zuvor keine Inhaltsproduktion betrieben haben. Mit Hilfe der unterschiedlichen Medien und digitalen Plattformen, vor allem auch der „Social Media“ werden zunehmend Teilöffentlichkeiten, also stark differenzierte Zielgruppen geschaffen.
Dies geschieht über die Bildung von Nutzerprofilen, Suchalgorithmen und anderen Vorsortierungen. Eine hochspezifizierte, freie und pluralistische Gesellschaft braucht aber einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs. Für diesen öffentlichen Diskurs bedarf es des Qualitätsjournalismus. Der Journalist überprüft seine Informationsquellen, bürgt für sein Informationsprodukt. Er kann auch verantwortlich für seine Berichte gemacht werden.
Beim Blick auf die digitale Zukunft oder auf eine digitale Gesellschaft unterstrichen die Podiumsteilnehmer aus dem Bereich des öffentlich-rechtlichem Rundfunks (Ulrich Wilhelm), der Printmedien (Martin Balle, Wolfgang Büchner) der Digitalen Medien (Thomas Knüwer) und der politischen Wissenschaft (Werner Weidenfeld) die Bedeutung einer differenzierten Betrachtungsweise der “Digitalen Revolution”. Neben dem Wunsch nach Individualität und dem hohen Wert der Kommunikationsfreiheit, der vor allem bei jungen Menschen besonders ausgeprägt ist, spielt die generelle menschliche Sehnsucht nach Zugehörigkeit, kollektivem Erleben und Verbundenheit eine wichtige Rolle. Alle Medien müssen daher interaktiver werden. Das Senden und Verbreiten von Informationen allein reicht nicht aus. Der Dialog mit den Nutzern (nicht Konsumenten) muss zukünftig in allen Medien anders als bisher organisiert werden. „Nicht allein die technischen Möglichkeiten, sondern den Menschen zu sehen“ war das Schlusswort des umsichtig leitenden Moderators Eberhard Sinner. Die Podiumsdiskussion machte deutlich, dass die Vertreter der verschiedenen Medien nicht in ihren Gräben verharren, sich abschotten und Verdrängungskämpfe organisieren, sondern dass sie sich ihrer gemeinsamen Verantwortung für die pluralistische, demokratische Gesellschaft bewusst sind. Qualitätsjournalismus kann die sinnvolle Klammer für das Zusammenwirken der traditionellen und neuen Medien sein, mit der die digitale Zukunft gestaltet werden kann.
Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring beantwortet die Frage, wie weit der Einfluss der Netzbetreiber in die Inhalte geht. Beim Stichwort Deep Package gehen die Meinungen auseinander. Man weiß, wo die Probleme liegen. Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring berichtet dem medienpolitischen Arbeitskreises der Hanns Seidel Stiftung im April 2012 von der Arbeit der Enquetekommission Digitale Gesellschaft.
Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring stellte die Probleme bei seiner Arbeit in der Enquetekommission Digitale Gesellschaft beim Thema Netzneutralität vor. Er sprach im Rahmen des medienpolitischen Arbeitskreises der Hanns Seidel Stiftung im April 2012. Ring berichtete auch, was er selbst gelernt hat. Die Realitäten des Internets haben manche Beschlüsse überholt.
Prof. Dr. Christoph Neuberger beantwortet die Frage, ob die Enquetekommission Digitale Gesellschaft überhaupt etwas gebracht hat? Neuberger kommt vom Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU München. Er sprach im Rahmen des medienpolitischen Arbeitskreises der Hanns Seidel Stiftung im April 2012. Welche Erwartungen hat denn die Gesellschaft an die Kommission?
Reinhard Brandl, MdB, Mitglied der Enquetekommission Digitale Gesellschaft, spricht im medienpolitischen Arbeitskreises der Hanns Seidel Stiftung im April 2012 über seine Arbeit in der Kommission und räumt Missverständnisse aus. Wie werden Sachverständige eigentlich ausgewählt?
Moderatorin Sissi Pitzer vom Bayerischen Rundfunk führt in die komplizierte Thematik ein und stellt die Frage “Enquetekommission Digitale Gesellschaft – Feigenblatt oder Wegweiser?” Dabei stellt sie die verschiedenen Tätigkeitsfelder der Enquetekommission dem medienpolitischen Arbeitskreis der Hanns Seidel Stiftung vor.
Der Vorsitzende des medienpolitischen Arbeitskreises der Hanns Seidel Stiftung Bernd Lenze stellt Fragen zum Enquetekommission Digitale Gesellschaft. Er erklärt im April 2012 wie es zur Enquetekommission kam und welche Fragen dort zu behandeln sind.
Die 1967 gegründete CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung ist eine politische Stiftung, die „im Dienst von Demokratie, Frieden und Entwicklung“ politische Bildungsarbeit im In- und Ausland leistet. Mit ihren Fachabteilungen ist sie in den Bereichen Politische Bildung, Politikberatung, Begabtenförderung und Entwicklungs- zusammenarbeit tätig. www.hss.de >>