Das deutsche Drei-Säulen-Modell ist einmalig. Die strikte Trennung zwischen Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Privatbanken charakterisiert unser Bankenwesen. Befürworter identifizieren die verbraucherfreundliche Drei-Säulen-Struktur als echte Stütze für das Finanzsystem. Vor allem die Privatbanken aber sehen in der Sonderrolle der Sparkassen, die per Gesetz vor Übernahmen gesichert sind, eine ungesunde Wettbewerbsverzerrung.
Nun beweist sich die Qualität eines Systems in schwierigen Zeiten, dann, wenn die realen Entwicklungen gewachsene An- und Einsichten durcheinander wirbeln. Die letzten zwei Jahre haben viel Bewegung gebracht und neue Erkenntnisse manifestiert. Die Forderung nach international gültigen Regulierungen ist ein konsequentes Produkt der hohen Interdependenz und gegenseitigen Abhängigkeiten, die Alleingänge ausschließen. Ist das noch Raum für gewachsene Strukturen auf nationaler Ebene?
Was passiert mit den einzelnen Säulen des deutschen Bankenwesens? Werden Sparkassen und Genossenschaftsbanken internationalen Regulierungen entsprechen müssen und können? Erweisen sie sich als Modell mit Zukunftspotential oder hat sich diese Struktur überlebt? Hat die Konzentration auf das klassische Privatkundengeschäft mit eher geringen Margen noch Bedeutung in einem Markt, der von Hedge-Fonds, Leerverkäufen usw. bestimmt wird? Hat die deutsche Bankenlandschaft Zukunft? Ist sie vielleicht sogar ein Zukunftsmodell?

